Unser Plastik verschmutzt unsere Meere

Unser Plastik verschmutzt unsere Meere

8. Juni 2018 0 Von Arian Cornelius

Der Weltmeerestag, der jedes Jahr am 8. Juni stattfindet, ruft dazu auf, die Meere besser zu schützen. Überall ist Müll: an den Stränden, auf der Wasseroberfläche und auf dem Boden der Meere. Das ist dramatisch – für die Tiere und für uns.

70 % unserer Erdoberfläche ist von Wasser bedeckt. Noch heute schwimmen auf jedem Quadratkilometer des Meeres unzählige Teile Plastik. Einer Studie des UNEP (United Nations Environmental Programme) zufolge, macht Plastik 80 % unserer gesamten Abfälle in den Meeren aus. Die Tiere halten das Plastik oft für Nahrung. Schildkröten verwechseln die Plastiktüten mit Quallen und Fische halten kleine Plastikteilchen für Plankton. Der WWF berichtet, dass Meeresvögel den Geruch des Plastiks immer öfter mit dem Geruch der Nahrung verwechseln. Darum werden immer häufiger Kunststoffteilchen in den Mägen der Kadaver von Seevögeln gefunden. Die Vögel sterben durch das Plastik qualvoll. Sie verhungern bei vollem Bauch oder erleiden tödliche Verstopfungen. Der Mageninhalt toter Eissturmvögel ist inzwischen ein anerkannter Nachweis für die Verschmutzung unserer Meere. Bei 93 % der untersuchten Eissturmvögel wurde Plastik in den Mägen gefunden. Wenn die Entwicklungen so weitergehen, wird geschätzt, dass bis 2050 fast jeder Meeresvogel Plastikteile im Magen haben wird.

Im Gegenteil zu anderen Rohstoffen verrottet Plastik sehr langsam. Das hat mit den Stoffen zu tun, aus denen Plastik hergestellt worden ist. Jeder Europäer benutzt pro Jahr 198 Pastiktüten, die jeweils erst nach zehn bis zwanzig Jahren verrotten. Eine Plastikflasche braucht 450 Jahre und ein Plastiknetz braucht sogar 600 Jahre für die vollständige Zersetzung der Stoffe!

Jetzt denkt sich bestimmt jeder: „Ich werfe doch gar keine Plastiktüten in das Meer!“ Es könnte sein, dass man das nicht direkt macht. Meistens geschieht dies aber auf einem indirekten Wege. Die Plastiktüte bekommt man im Geschäft. Doch nachdem sie benutzt wurde, wird sie meistens weggeworfen. Dann gelangt sie mit dem Wind in Flüsse und Bäche und treibt hinaus auf das Meer. Dort wird die Plastiktüte von Meeresvögeln oder anderen Meeresbewohnern mit Futter verwechselt und gefressen. Aber der größte Teil der Tüte bleibt im Meer und zersetzt sich in kleines Plastik, das sogenannte Mikroplastik (Quelle: Deutsche Umwelthilfe).

Der WWF berichtet aber, dass das nicht der einzige Weg ist, wie Plastik in die Meere gelangen kann. Auch in vielen Kosmetikprodukten – sei es Zahncreme oder Duschgel – sind kleine Plastikkügelchen enthalten, die den Reinigungseffekt verstärken. Die Kügelchen gelangen über unser Abwasser in das Meer.

Viele Kunstfasertextilien verlieren bei jedem Waschgang um die 2000 Fasern. Diese sind so klein, dass sie keine Kläranlage stoppen kann. So gelangen auch sie ungewollt in das Meer.

Dann haben die von uns gefangenen Fische diese kleinen Plastikteilchen gefressen und das Plastik landet mit dem Fisch bei uns auf dem Teller. Welche Auswirkungen der Verzehr des Plastiks auf unsere Gesundheit haben kann, ist noch unklar.

Aber auch Schiffe entsorgen ihren Müll immer wieder im Meer. Dabei ist die Entsorgung von Müll auf See grundsätzlich verboten. Reset.org berichtet davon, dass die Meeresschutzorganisation Oceana annimmt, dass weltweit pro Stunde 675 Tonnen Müll direkt in das Meer geworfen werden. Davon besteht die Hälfte aus Plastik. Auch große Container der Transportschiffe gehen manchmal auf See verloren und landen in den Meeren.

Hier ist ein schockierender Film von der NOAA (National Oceanic and Atmospheric Administration) darüber, wie unsere Meere gerade aussehen.

Jeder kann aber etwas dazu beitragen, die Meere zu schützen. Am besten ist es, gleich auf Plastik zu verzichten oder gar nicht erst das Plastik in die Umwelt gelangen zu lassen, sondern richtig zu entsorgen. Wer sich auch ganz besonders für die Meere einsetzen möchte, kann zum Beispiel an Müllsammelaktionen in seiner Region teilnehmen. Denn nur so können wir es schaffen, die Meere sauber zu halten. Und eigentlich sehen müllfreie Meere auch viel schöner aus, oder?

 

Informationsquellen: Deutsche Umwelthilfe, Küstenforum, National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA), Presseportal, Reset.org, Rewe Group, Sealife, Sea Shepherd Conversation Society, Tierschutzpartei, WWF