Die Sklaverei des 21. Jahrhunderts

Unsere Gesellschaft fühlt sich zunehmend fortschrittlicher und aufgeklärter, was teilweise vielleicht auch stimmen mag. Doch dabei übersehen wir zu gerne die Schattenseiten unseres Systems. Daher möchte ich mich in diesem Artikel mit einem Thema befassen, welches wir oft ignorieren: die Ausbeutung.

Ein „Ausbeuter“ ist grundsätzlich jemand, der andere ausbeutet oder, um es etwas zu verdeutlichen, jemand, von dem Arbeiter abhängig sind. Nun ein konkretes Beispiel: In einer Näherei, in der Arbeiter unter schlechten Bedingungen arbeiten, ist ihr Stundenlohn für sehr harte Arbeit z.B. viel zu niedrig. Sie produzieren unter dem Druck des Ausbeuters tausende von Kleidungsstücken, ohne einen angemessenen Lohn zu erhalten. Am Ende des Produktionsprozesses wird die produzierte Ware – in diesem Fall die Kleidung – vermarktet. Hierbei nimmt der, der die Ware verkauft, am meisten Geld ein, da sie oft für viel mehr Geld verkauft wird, als die Produktion kostete. Dass dies z.B. Kleidung für sehr wenig Geld ist, liegt eigentlich auf der Hand, doch nur weil Ware teuer ist, heißt das nicht, dass sie unter fairen Bedingungen produziert wurde. Es bedeutet lediglich, dass sie für mehr Geld verkauft wird. Meist verdienen die Ausbeuter und nicht die Arbeiter so das meiste Geld.

Würde man nun annehmen, dass die Arbeiter zumindest einen annähernd ähnlichen Lohn hätten, dann würde man feststellen, dass der ihnen zu zahlende Lohn nicht annähernd dem entspricht, was sie bekommen. So würde der größte Teil ihrer Arbeit nicht bezahlt werden. Sie haben also unfreiwillig ohne Geld gearbeitet, doch können sich nicht wirklich wehren, da sie von ihrem Vorgesetzten – dem Ausbeuter – abhängig sind. Sie sind also in gewisser Weise Sklaven, ohne dass wir sie als solche erkennen oder etwas dagegen tun. Im Gegenteil, wir unterstützen es aktiv, indem wir Waren konsumieren, die unter genau solchen Umständen produziert werden.

Ein Artikel von Lotti Wiesner

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