Demonstration für ein freies Internet

Die Initiative SaveTheInternet ruft zu großen europaweiten Demos am 23.3. für ein freies Internet auf. Im Vordergrund stehen vor allem die Artikel 11 und 13 der Europäischen Urheberrechtsreform, die ihre Ziele verfehlen.

Es ist richtig und wichtig, dass kreative Personen für ihre erstellten Bilder, Videos, Lieder etc. richtig vergütet werden. Weil viele Menschen verschiedene Sachen wie Bilder und Lieder klauen und hochladen, ohne dem Urheber dafür auch nur einen Cent zu zahlen, soll mit der neuen Reform dem entgegen getreten werden. Das Problem daran: Uploadfilter sollen automatisch jede Internetseite überwachen, die user generated content, also zum Beispiel das Foto oder Video von uns auf Instagram oder YouTube, veröffentlicht. Falls gegen das Urheberrecht verstoßen wird, soll die Plattform haften. Damit so etwas nicht passiert, sollen es die erwähnten Uploadfilter richten. Auch wenn Uploadfilter nicht explizit im Gesetzestext gefordert werden, gibt es keine andere Möglichkeit.

Diese Filter können gerade nur teuer von Google verkauft werden und sind zudem sehr fehlerhaft. Memes, die erlaubt wären, könnten nicht von geklautem Inhalt unterschieden werden. Da Plattformen für jeglichen Inhalt haften müssen, werden sie lieber zu viel als zu wenig Inhalt sperren, um auf Nummer sicher zu gehen. Die Meinungsfreiheit könnte dadurch nicht gewährleistet sein.

Die Frage ist auch, wie Suchmaschienen bald aussehen könnten. Am versenden oder einbetten von Links gibt es kein Problem, aber Artikel 11 soll verhindern, dass jeglicher Inhalt von der Seite vorher zu sehen ist. Wenn man bei Google etwas sucht, dürften nur noch die Links zu sehen sein. Was auf der Seite steht und zur Zeit in ein bis zwei Sätzen als Vorschau zu sehen ist, wird nicht mehr zu sehen sein. Aus diesen Gründen soll am 23.3. in großen Städten, wie Hamburg, gegen das geplante Gesetz demonstriert werden.

Im Vorfeld wurde von den Politikern versucht, einem Konflikt mit Gegnern aus dem Weg zu gehen, indem sie versuchten, die endgültige Abstimmung vor die Demos zu verlegen. Die Kritiker werden von der EU als Mob und von Politikern als Bots bezeichnet. Argumente und Äußerungen werden als fake news abgestempelt. Große Medien berichten kaum über die geplanten Reformen, weil sie aus den Richtlinien profitieren könnten. Aus diesen Gründen ist es für die Veranstalter wichtig, ein großes Zeichen mit großen Demonstrationen zu setzen und viele Menschen darauf aufmerksam zu machen. Die deutsche Wikipedia-Seite wird ebenfalls aus Protest am 21.3. nicht erreichbar sein.

Hier weitere Infos zur Demo:

 

Das Beitragsbild wurde netterweise von eosandy.com bereitgestellt.

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