Das Artensterben – Eine unterschätzte Gefahr für die Menschheit?

Das wohl größte und inzwischen auch meistdiskutierte Thema unserer Politik ist natürlich der Klimawandel. Greta Thunberg ist dabei, mit ihrer Organisation „Fridays for Future“ Geschichte zu schreiben, und bewegt ganze Generationen dazu, auf die Straße zu gehen und für ihre Zukunft zu kämpfen. Verständlich!

Doch steht die Menschheit aktuell vor einem noch viel größeren Problem als der Erwärmung ihres Heimatplaneten!

Das Artensterben ist vielen Menschen nicht einmal ein Begriff. Kein Wunder, da es auch nur wenig in den Medien präsent ist. Doch tatsächlich ist das Aussterben tausender Tier- und Pflanzenarten auf der Erde ein ernstzunehmendes und meist viel zu unterschätztes Problem.

Jährlich verschwinden in etwa bis zu 58.000 Tierarten von unserer Erde. Unglaubliche Zahlen, die man sich nicht einmal vorstellen mag. Und mal wieder liegt der Ursprung des Problems leider beim Menschen: Die Zerstörung natürlicher Lebensräume durch die Abholzung der Regenwälder oder Verbauung riesiger Flächen gefährden die einheimische Tier- und Pflanzenwelt. Aber auch die exzessive Jagd auf einzelne Tierarten, entweder, um ihre Pelze zu bekommen, sie als Nahrungsmittel zu verwenden oder auch einfach, um sie loszuwerden, kann dafür sorgen, dass eine Art von unserem Planeten verschwindet und für immer verloren ist.

Für den Menschen besonders von Bedeutung ist das Aussterben der sogenannten „Bestäuber“. Das bekannteste Beispiel dafür ist die Honigbiene. Sie zählt zu den Insekten, die etwa Dreiviertel unserer Nahrungspflanzen bestäubt und somit für gute Erträge bei der Ernte sorgt. Unsere Honigbiene wird ganz besonders durch die moderne Landwirtschaft bedroht, die vor allem von Monokulturen und Insektiziden geprägt ist. Wo sie doch eigentlich ein unentbehrlicher Helfer für uns ist, wird sie nur mit Insektengiften und vielen Hektar großen Maisäckern begrüßt.

Würden nun alle Insekten, die wie die Biene für das Tragen von Früchten bei unseren Nahrungspflanzen sorgen, aussterben, so würde dies dramatische Folgen für uns mit sich bringen. Vermutlich würden Hungersnöte ausbrechen, da es an Nahrungsmitteln mangeln würde. Es würde uns einen immensen Aufwand kosten, solche Mengen an Pflanzen zu bestäuben, wie die Biene es ohne viel Mühe und auf ganz natürliche Weise tat. Grundsätzlich wäre es erstmal so gut wie unmöglich, ausreichend Nahrung für uns alle zu produzieren.

Doch auch Dinge wie das durch das Artensterben entstehende Ungleichgewicht komplexer Ökosysteme können noch längst nicht erahnte Folgen für uns haben. Viele Auswirkungen sind noch nicht einmal erforscht und man sollte deshalb vorsichtig sein, voreilig Prognosen zu ziehen.

Allerdings dürfen wir auch nicht alles nur mit unseren eigennützigen Blicken betrachten.
Letztendlich ist das Aussterben einer jeden Art ein dramatischer Verlust für unseren Planeten, ganz gleich, ob sie für uns nun einen Eigennutzen hat oder nicht, denn jede einzelne von ihnen hat einen Eigenwert, einen Grund, weshalb sie auf diesem Planeten ist. Durch jede ausgestorbene Art geht ein Teil der Biodiversität unserer Erde verloren und deshalb sollten wir dafür sorgen, dass sie alle, ob groß oder klein, ob für uns wichtig oder nicht, für die Zukunft erhalten bleiben.


Ein Artikel von Livija Furken

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